Der Schnitt des Beerenobstes
Rote Johannisbeere vor dem Schnitt Die gleiche Pflanze nach dem Schnitt Beerensträucher sollten, damit sie an Fruchtqualität und -quantität nicht nachlassen, wenigstens einmal jährlich geschnitten werden.
Bei den Brombeeren, die von Natur aus bodennah wachsen, hilft ein Gerüst aus zwei kräftigen, 1,80 m hohen Pfählen und vier dazwischen gespannten Drähten, dem Strauch seine Form zu geben. Sorten, die von Natur eher kürzere Ruten bilden, können senkrecht aufgebunden werden, bei solchen mit sehr langen Ruten, bindet man sie bis zu den einzelnen Drähten aufrecht hoch, dann im rechten Winkel waagerecht. Vorjährige, abgetragene Triebe werden ganz entfernt. Bei den Himbeeren hilft eine Umfriedung mit zwei starken Drähten die Pflanzen in Form zu halten. Hier schneidet man alle Ruten weg, die im letzten Jahr getragen haben und die schwächsten Neutriebe, so dass pro laufenden Meter etwa 10 - 12 Ruten stehen bleiben. Eine Arbeit, die vorteilhafterweise schon im Sommer vorgenommen wird, zur Not kann sie aber auch im Winter nachgeholt werden. Wichtig ist es, die Triebe möglichst bodennah abzuschneiden.
Bei den roten Johannisbeeren unterscheidet man zwei Typen, starkwachsende und schwachwachsende. Da sich letztere ungeschnitten bei reichem Fruchtbehang nicht selbst halten können, müssen sie jährlich um ein Drittel des Neutriebes gekürzt werden. Das stärkt die Standfestigkeit des Busches und verhindert ein Auseinanderfallen unter der Last der Früchte. Aus acht starken Trieben besteht so ein Strauch, sie sollten nicht älter als fünf bis sechs Jahre sein. Die Seitenäste werden schneidet man pyramidal, unter breiter als oben. Die Triebe der starkwachsenden Sorten bleiben ungeschnitten, sie sind standfest genug. Von den Bodentrieben wird alles entfernt, was nicht zum Aufbau des Busches notwendig ist. Das Astgerüst besteht aus 10 bis 12 Ästen, jährlich werden drei bis vier erneuert, so dass ein Busch nach drei Jahren komplett neu aufgebaut ist.
Stachelbeeren wachsen langsamer als Johannisbeeren, deshalb ist der Gerüstaufbau auf sechs Jahre angelegt, hier mit 8 bis 10 Ästen. So lässt man jedes Jahr die kräftigsten drei von den zahlreichen Bodentrieben stehen, der Rest wird weggeschnitten. Nicht aus dem Boden sprießende Jahrestriebe werden eingekürzt, das begrenzt die Fruchtquantität zugunsten der Fruchtgüte und ist eine Maßnahme zur Unterdrückung des "Amerikanischen Stachelbeermehltaus" einer weit verbreiteten Krankheit, die besonders an den Triebenden auftritt.
Neben dem Schnitt sollte auch die Düngung der Sträucher nicht vernachlässigt werden. Bei den Johannis- und Stachelbeeren gibt man eine Schubkarre nährstoffreichen Kompostes in die Mitte des Busches (siehe Foto), den Brombeeren reicht eine halbe Karre. Himbeeren bekommen den Kompost so, dass eine 2 cm starke Schicht entsteht.
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